44.Tag: Gola di Gorropu
Ich bin fix und fertig. 650 HM
hinab zum Eingang der Schlucht. 650 HM steil zurück zum Bus. Völlig durchschwitzt
kam ich bei herrlichstem Sonnenschein völlig ausgemergelt zurück zum Bus.
Dabei
fing der Tag gar nicht so rund an wie geplant. Wegen der längeren Anfahrtszeit
verzichteten wir aufs übliche Frühstück. Wir wollten möglichst schnell weg. Nur
für dte Wegzehrung unterwegs wollte ich entsprechende Brötchen holen. Und was
war? Eine riesige Schlange war am Verkaufsstand aufgereiht.
Ich tapfer rein in
die Schlange und meine Geduldsnerven unter Kontrolle gehalten. Irgendwann kam
ich auch tatsächlich dran. Zurück am Bus gleich eine Hiobsbotschaft von Helga.
Meine Wanderschuhe seien nicht mehr zu gebrauchen. Das Mäusewiesel in Chia
hätte ganze Arbeit geleistet und das Innenfutter der Schuhe in sämtliche
Bestandteile zerlegt. Man konnte die Wanderstiefel der Müllentsorgung zuführen.
Wir ließen uns nicht entmutigen und fuhren voller Erwartung zu unserem Tagesziel. Die 45 km Reiseweg waren für die Augen wieder ein Genuss.
Die Berge und
die Hochebenen waren einfach schön anzusehen. Nur auf freilaufende Kühe und
Schafe musste man aufpassen. So gegen 10 Uhr kamen wir an unserem Startpunkt „Passo
Ghenna e Silana“ an. Etliche Fahrzeuge waren schon geparkt aber die Mehrzahl
der parkenden Fahrzeuge waren Motorräder.
Die Motorradfahrer wollten mit ihrer
Kluft ganz gewiss nicht in die Schlucht sie genossen nur die schöne Aussicht
und die Nähe der Bar am Straßenrand. Wir machten uns fertig für den Abstieg. Ein
junges Ehepaar, dass mit ihrem Kleinkind im Tragegestell des Vaters Platz nahm
und die ca 4jährige Tochter mit Rucksack machten sich ebenfalls an den
Abstieg. „Der Weg ginge ja einfach ohne Schwierigkeiten nach unten“ war ihre
Meinung.
Helga mußte bereits nach wenigen Metern des Weges aufgeben. Der
steinige und lose felsige Untergrund war für ihren geschwollenen Knöchel nicht
zu meistern. „Ich bleibe hier, lese ein Buch und besuche ab und zu die Bar“ war
ihr Vorschlag.
Also machte ich mich mit drei Wasserflaschen und zwei Brötchen
auf den Weg nach unten. Nach wenigen hundert Metern war erkennbar, dass Helga
die richtige Entscheidung getroffen hatte. Steil und nicht ganz einfach zu
laufen gings 650 HM bergab. Die Aussicht aber grandios. Zwei große Geröllfelder
machten wegen der Sonnenstrahlung am meisten Mühe. Ansonsten lief der Weg innerhalb
schattiger Bäume und Sträucher.
Die angegebene Laufzeit von 2 Stunden bis zum Schluchteingang
konnte ich locker unterbieten. Unten angekommen bot sich mir ein großartiger
Blick auf weißen Granit(?), steilen Felswänden und ein kleines Rinnsal an
Bächlein. An der Kasse knöpfte man mir 6€ Eintrittsgeld für den Schluchtbesuch
ab. Sofort wurde ich gefragt ob ich zu Fuß oder mit dem Jeep Service unterwegs
war. Dann wollten sie wissen ob ich per Jeep oder wieder zu Fuß zurück gehen
würde.
Als ich erklärte, dass ich wieder zu Fuß den Berg hochsteigen würde
klopfte mir ein Bergführer anerkennend auf die Schulter.
Anschließend gabs eine
Unterweisung in Sachen Schluchtbesuch. Die Schlucht war in 3 Kategorien
eingeteilt. Grün, die einfache Variante, Gelb die schwierigere Variante und die
Rot-Variante für Profis und nur mit Führer.
Es war ein kolossales Erlebnis. Krabbelnd
durch riese Felsblöcke war ich in einer Schlucht mit bis zu 300m hohen
Felswänden unterwegs.
Beeindruckend. Ich machte nur die grüne Zone. War lang
und eindrucksvoll genug. Und zurück zum Bus musste ich ja auch noch. Natürlich
hatte ich in der Schlucht noch eine Vesperpause eingelegt. Ohne Wasser und
Nahrung geht sowas gleich gar nicht. Es machte mir schon Mühe wieder den Weg
zurück zum Aufstieg zu finden. Die meisten Wanderer haben sich beim Rückweg für
die Jeppvariante entschieden.
Der Jeep Platz selbst lag aber auch noch 3km
entfernt. Also begann meine Mission 650 HM Wiederaufstieg. Schon bald merkte
ich wie schwierig der werden würde. Steil gings nach oben und die Wärme tat ihr
übriges.
Meine Wasserflaschen nahmen zusehends an Inhalt ab und die
Verschnaufpausen nahmen zu und wurden immer etwas länger. Über Handy
informierte ich Helga, dass ich unterwegs nach oben sei und dies etwas länger
dauern könnte. Um 16,15 Uhr kam ich völlig ausgemergelt oben an.
Am letzten
Holzpfosten haltend musste ich eine Pause einlegen. Mir war etwas schummrig
geworden. Patsch nass war ich geschwitz und meine Stimme hatte einen seltsamen
Klang. Auf jeden Fall konnte ich mich meiner nassen Kleidung entledigen und in trockene
schlüpfen. Helga berichtete darüber, dass kein Buch zur Unterhaltung im Bus
dabei war und neben zwei Barbesuchen den Sardinienwanderführer auswendig gelernt
hätte.
Und sie hätte sich große Sorgen um mich gemacht, weil ich solange
unterwegs war. Müssen wir wollen beim nächsten Male anders organisieren. Aber der
Barbesuch am Pass ließ sich nicht vermeiden. So leicht spürte ich einen
leichten Krampf in den Beinen den ich mit Coca-Cola bekämpfte. Anschließen
fuhren wir durch die Berge wieder zurück. In Baunei wurden wir noch von einer
Beerdigung überrascht. Der Trauerzug lief auf der Hauptstraße durch die ganze
Stadt bis zum Friedhof am Ortsrandwurde. Polizisten schützten den Trauerzug. Nach
dieser zeitlichen Verzögerung gings aber dann so schnell als möglich zurück zum
Campingplatz.
Mit Dehnübungen versuchte ich meine Krämpfe in den Beinen zu
bewältigen. Spaghetti und viel Wasser halfen mir dann übern Berg.
So, Schluss
jetzt, der Tag war spannend und aufregend genug. Aber ein unvergessliches
Erlebnis!!
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