33. Tag Arles 1
Datum: 04.06.2026
Fahrt km: ÖPNV
Schritte: 7750
Wetter: zunächst leicht bewölkt und sonnig 25°, ab 17 Uhr Regen
Die Nacht
war klar und wir konnten bei angenehmer Temperatur gut schlafen. Nur etwas war auf
dem Platz außergewöhnlich.
Es war stock dunkel. Keine Lampen. Die nächtliche
Strecke zur Toilette war nur mit Taschenlampe zu meistern. So etwas hatten wir
noch nicht. Der sonnige Morgen versöhnte uns sofort. Allerdings mussten wir auf
unser Baguette bis 9 Uhr warten. Hier frühstückt man offensichtlich später. Danach
machten wir uns auf in die Stadt.
Die nachbarlichen Kärtner sagten uns den Weg
zur Bushaltestelle, wieviel die Fahrt kostet und wo wir am besten aussteigen
sollten. Ihre Vorschläge wurden allesamt befolgt. Mit 1,20€/P war es eine sehr
günstige Fahrt in die Stadt. Die Fahrkarte steckte ich irgendwohin. Und prompt zwei
Stationen später stiegen Fahrtkartenkontrolleure in den Bus und ich musste zunächst
mal alle Taschen durchforsten um unser gemeinsames Ticket zu finden.
Die zwei
männlichen wuchtigen Kontrolleure standen wie Betonmauer vor mir und warteten auf
den Fahrausweis. Und ich fand ihn dann doch noch in meiner Brusttasche. Mit
soviel Aufregung hatten wir an diesem Tage noch nicht gerechnet. Erleichtert
stiegen wir am geplanten Stopp aus und besuchten sofort die Touristeninfo.
Danach
schlenderten wir mit allerlei Infomaterial bewaffnet in die Innenstadt. Schöne Straßen,
viele Geschäfte und noch mehr Restaurants säumten unseren Weg. Unser erster
Besuch galt der Cathedrale Saint Trophime d Arles. Eine im romanischen Stil
erbaute Kirche.
Der Innenraum war groß und hoch aber so etwas von schlicht habe
ich noch nicht gesehen. Alles was drin stand war wirklich alt. Egal ob Bänke,
Fußboden oder Statuen, allen sah man ihr Alter an.
Und wo repariert werden
sollte tat es auch eine normale Betonfülle. Aber die Kirche hatte einen
benutzten Charme. Die vielen brennenden Kerzen erzeugten eine sehr religiöse Atmosphäre.
Mich hat die Kirche richtig beeindruckt. Weiter gings ins „Museum Reattu“,
Moderne Kunst in historisches Ambiente. Auch hier ließen wir uns von dem alten
Gemäuer und den Ausstellungstücken beeindrucken.
Der Namensgeber Reattu stammt
ja aus Arles und scheint in Frankreich ein sehr bekannter Künstler zu sein.
Nach diesem Besuch führte uns der Weg an die Kaimauer der Rhone. Hier zeigte
sich ein mächtig breiter Fluss in beindruckender Weise unseren Augen. Wir
setzten uns für eine Weile auf die Kaimauer und sahen einfach nur dem Fluss zu.
Nach diesem kurzen Aufenthalt gingen wir in die Fondation Vincent van Gogh. Das
sehr einladende Entree zog uns förmlich ins Gebäude.
Und wer nun gedacht hatte
er würde hier viele Bilder von van Gogh sehen wurde herb enttäuscht. Gerade mal
zwei van Gogh hatte dieses Museum zu bieten.
Da war wohl nur der Name Programm.
Es war zwar eine tolle Ausstellung mit vielen Exponaten unterschiedlicher bekannter
Künstler aber es entsprach überhaupt nicht unserer Erwartung. Da war mehr Picasso
drin als van Gogh. Etwas enttäuscht machten wir uns durch viele schöne enge
Gassen auf den Rückweg. Unterwegs haben wir noch ein preisgekröntes Baquette
bei einem Bäcker erworben um dann mitzuerleben, wie unser Bus uns vor der Nase
davonfuhr. Mit einer halben Stunde Verspätung kamen wir an unserem Bus an. Und
es war allerhöchste Eisenbahn.
Es begann zu regnen. Schnell brachten wir alle
Sachen in Sicherheit um uns dann selbst im Bus vor der Nässe zu schützen. Mit
improvisierter Tomatenmozarella und unserem preisgekrönten Brot ließen wir uns
diesen schönen Tag nicht verderben. Es wurde merklich kühler und wir mussten
warme Sachen für die Nachtruhe auspacken.
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