Samstag, 6. Juni 2026

Saintes Maries de la Mer

 

34. Tag                             Saintes Maries de la Mer

Datum:                            05.06.2026

Fahrt km:                        77

Schritte:                          9276

Wetter:                            morgens kühl, dann sonnig bis 25°

 

Ganz ehrlich. Es war eine fürchterliche Nacht. Man musste sich warm anziehen um eine schöne Schlafwärme zu erzielen. Hinzu kam noch ein überraschendes Autoproblem. Die Elektrik für das Hubdach scheint eine Funktionsstörung zu haben. Ein seltsames Symbol im Display machte mir schlafstörende Gedanken. Gleich am Morgen machte ich mich auf die Fehlersuche. Systematisch die elektrischen Anschlüsse und Sicherungen überprüft um mich dann in die Bedienungsanleitung einzulesen. Und tatsächlich der Fehler wurde beschrieben. Ich folgte den schriftlichen Anweisungen und tatsächlich konnte der Fehler behoben werden. Ein schwerer Stein fiel mal wieder vom Herzen. Damit war der Reisefortgang gesichert. Sofort schmeckte das Frühstück richtig gut und die Sonne lachte mittlerweile wärmend vom Himmel. Welch ein schöner Tag. Heute wollten wir die „Camargue“ etwas näher kennen lernen. Wir brachen auf nach dem berühmten Wallfahrtsort von Sinti und Roma dem „Saintes Maries da la Mer“.  Quer durch Arles hindurch brachte uns GoogleMaps auf den richtigen Weg dorthin. Und auf einmal war die Gegend platt wie Flunder. Links und rechts des Weges waren bewirtschaftete Felder zu erkennen. Reis- und Kartoffelfelder konnten wir identifizieren. Der Rest blieb uns verborgen. Vorbei an wenigen Verkaufsständen wurde die Landschaft völlig anders. Es tauchten etliche Reiterhöfe auf, die eine Menge weißer Pferde für Ausritte zur Verfügung stellten. Auf Ausritte scheint eine richtig dicke Nachfrage zu bestehen. Wir konnten auch viele schwarze Stiere in umzäunten Geländen sehen. Eine beeindruckend schöne ebene Landschaft bot sich unseren Augen. Am Ende sah man nur den hellen Horizont und sonst nichts. Und dann tauchte das Örtchen Saint Maries da la Mer auf. Fein herausgeputzt in allen Ecken und Enden machte dieser Ort sofort einen sympathischen Eindruck. Irgendwo in Kainähe stellten wir unseren Bus ab und begannen mit unseren Erkundigungen. Zunächst führte unser Weg zum Strand. In herrlich angelegten Badebuchten waren wunderschöne Strände zu sehen. Das sich hier die Sommertouristen wohlfühlen konnte man gleich nachempfinden. Wenn man in Richtung des Städtchens schaute sah man schön die bekannte Wallfahrtskirche. Als wir in Richtung der Kirche spazierten fiel uns sofort der stattfindende Wochenmarkt auf. Musste natürlich begutachtet werden. Dann gings weiter durch enge Gassen in Richtung Kirche. Hier kamen wir an einen kleinen Einkaufsladen mit lecker aussehenden Früchten vorbei. Sofort wurde eingekauft. Herrlich aussehende Aprikosen. Und sie schmeckten wie sie aussahen. Wir streiften zur Kirche und noch durch etliche schönen Gassen bevor wir uns auf das nächste Ziel unseres Ausfluges stürzten. Der „Ornithological Park of Pont de Gau“ war unser nächstes Opfer. In einem riesigen sumpfigen Lebensraum konnten wir auf Wegen und Holzstegen endlich die Tiere finden die wir suchten. Viele Flamingos! Und sie waren in Mengen zu sehen. Aber auch ganz viele andere Vögel und Wasservögel konnte man hier beobachten. Allerdings waren wir hier nicht alleine. In unzähligen Bussen wurden Touristen und Schulklassen in dieses interessante Gelände gebracht. Über kilometerweite Wanderrouten konnte hier ein beeindruckender Lebensraum mit Rucksack, Wasserflasche und Fotoapparat inspiziert werden. Im Übrigen hatte ich mir wegen zu erwartender Mücken eine lange Hose angezogen. Hat sich bewährt. Auf jeden Fall hat sich dieser Besuch gelohnt. Nach dem wir viele Fotos geschossen hatten und uns zum Schluss, am Kiosk, noch ein Mozarellasandwich verdrückt hatten traten wir den Rückzug an. Zurück am Platz haben wir uns bei einer Tasse Kaffee von diesem beindruckenden Ausflug erstmal erholt. Zudem mussten wir feststellen, dass das Camping ganz schön vollgelaufen ist. Zum Abendessen gabs dann zum wiederholten Male dicke Käsenudeln mit Tomatensalat. Einfach gut!!

Im Übrigen haben wir am Strand von Saintes „Maries de la Mer“ mehr Van Gogh Bilder gesehen als im Museum von Arles.




























Freitag, 5. Juni 2026

Arles 1

 

33. Tag                             Arles 1

Datum:                            04.06.2026

Fahrt km:                        ÖPNV

Schritte:                          7750

Wetter:                            zunächst leicht bewölkt und sonnig 25°, ab 17 Uhr Regen

 

Die Nacht war klar und wir konnten bei angenehmer Temperatur gut schlafen. Nur etwas war auf dem Platz außergewöhnlich. Es war stock dunkel. Keine Lampen. Die nächtliche Strecke zur Toilette war nur mit Taschenlampe zu meistern. So etwas hatten wir noch nicht. Der sonnige Morgen versöhnte uns sofort. Allerdings mussten wir auf unser Baguette bis 9 Uhr warten. Hier frühstückt man offensichtlich später. Danach machten wir uns auf in die Stadt. Die nachbarlichen Kärtner sagten uns den Weg zur Bushaltestelle, wieviel die Fahrt kostet und wo wir am besten aussteigen sollten. Ihre Vorschläge wurden allesamt befolgt. Mit 1,20€/P war es eine sehr günstige Fahrt in die Stadt. Die Fahrkarte steckte ich irgendwohin. Und prompt zwei Stationen später stiegen Fahrtkartenkontrolleure in den Bus und ich musste zunächst mal alle Taschen durchforsten um unser gemeinsames Ticket zu finden. Die zwei männlichen wuchtigen Kontrolleure standen wie Betonmauer vor mir und warteten auf den Fahrausweis. Und ich fand ihn dann doch noch in meiner Brusttasche. Mit soviel Aufregung hatten wir an diesem Tage noch nicht gerechnet. Erleichtert stiegen wir am geplanten Stopp aus und besuchten sofort die Touristeninfo. Danach schlenderten wir mit allerlei Infomaterial bewaffnet in die Innenstadt. Schöne Straßen, viele Geschäfte und noch mehr Restaurants säumten unseren Weg. Unser erster Besuch galt der Cathedrale Saint Trophime d Arles. Eine im romanischen Stil erbaute Kirche. Der Innenraum war groß und hoch aber so etwas von schlicht habe ich noch nicht gesehen. Alles was drin stand war wirklich alt. Egal ob Bänke, Fußboden oder Statuen, allen sah man ihr Alter an. Und wo repariert werden sollte tat es auch eine normale Betonfülle. Aber die Kirche hatte einen benutzten Charme. Die vielen brennenden Kerzen erzeugten eine sehr religiöse Atmosphäre. Mich hat die Kirche richtig beeindruckt. Weiter gings ins „Museum Reattu“, Moderne Kunst in historisches Ambiente. Auch hier ließen wir uns von dem alten Gemäuer und den Ausstellungstücken beeindrucken. Der Namensgeber Reattu stammt ja aus Arles und scheint in Frankreich ein sehr bekannter Künstler zu sein. Nach diesem Besuch führte uns der Weg an die Kaimauer der Rhone. Hier zeigte sich ein mächtig breiter Fluss in beindruckender Weise unseren Augen. Wir setzten uns für eine Weile auf die Kaimauer und sahen einfach nur dem Fluss zu. Nach diesem kurzen Aufenthalt gingen wir in die Fondation Vincent van Gogh. Das sehr einladende Entree zog uns förmlich ins Gebäude. Und wer nun gedacht hatte er würde hier viele Bilder von van Gogh sehen wurde herb enttäuscht. Gerade mal zwei van Gogh hatte dieses Museum zu bieten. Da war wohl nur der Name Programm. Es war zwar eine tolle Ausstellung mit vielen Exponaten unterschiedlicher bekannter Künstler aber es entsprach überhaupt nicht unserer Erwartung. Da war mehr Picasso drin als van Gogh. Etwas enttäuscht machten wir uns durch viele schöne enge Gassen auf den Rückweg. Unterwegs haben wir noch ein preisgekröntes Baquette bei einem Bäcker erworben um dann mitzuerleben, wie unser Bus uns vor der Nase davonfuhr. Mit einer halben Stunde Verspätung kamen wir an unserem Bus an. Und es war allerhöchste Eisenbahn. Es begann zu regnen. Schnell brachten wir alle Sachen in Sicherheit um uns dann selbst im Bus vor der Nässe zu schützen. Mit improvisierter Tomatenmozarella und unserem preisgekrönten Brot ließen wir uns diesen schönen Tag nicht verderben. Es wurde merklich kühler und wir mussten warme Sachen für die Nachtruhe auspacken.